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Symposium "10 Jahre Europaratskonvention gegen Menschenhandel - Stillstand oder Fortschritt?" 15.-16.10.2015

  • KOK Symposium 15.-16.10.2015

  • Podium I: Klara Skrivankova (Anti Slavery), Evelyn Probst (Lefö/IBF), Mechtild Maurer (ECPAT), Ulrike Gatzke (Moderation)

  • Podium I: Mechtild Maurer (ECPAT), Ulrike Gatzke (Moderation)

  • Podium I

  • Christine Morgenstern, Leiterin der Abteilung 4 Gleichstellung, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

  • Ruth Pojman, Stellvertretende Sonderbeauftragte und Koordinatorin der OSZE zur Bekämpfung des Menschenhandels

  • Maria Grazia Giammarinaro, UN-Sonderberichterstatterin zu Menschenhandel

  • Martina Renner (LINKE), Eva Högl (SPD), Petra Follmar-Otto (DIMR), Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), Helmut Sax (GRETA-Kommission)

  • Helmut Sax (GRETA-Kommission), Naile Taniş (KOK), Ulrike Gatzke (Moderation)

  • Prof. Dr. Joachim Renzikowski (Universität Halle-Wittenberg)

  • Wolfgang Herrmann (Katholische Betriebsseelsorge Rottenburg-Stuttgart), Andrea Hitzke (Vorstand KOK/Dortmunder Mitternachtsmission)

Symposium "10 Jahre Europaratskonvention gegen Menschenhandel - Stillstand oder Fortschritt?" 15.-16.10.2015

Maria Grazia Giammarinaro, UN-Sonderberichterstatterin zu Menschenhandel
Maria Grazia Giammarinaro UN-Sonderberichterstatterin zu Menschenhandel

Am 15. und 16. Oktober fand in den Räumen der Bremer Landesvertretung in Berlin das vom KOK organisierte Fachsymposium  „10 Jahre Europaratskonvention gegen Menschenhandel – Stillstand oder Fortschritt?“ statt. Verschiedene Referent*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Praxis, Strafverfolgungsbehörden, Bundes- und Länderministerien und internationalen Organisationen gaben dabei Einblick in aktuelle Entwicklungen allgemein und zur Frage „Wie effektiv sind die Maßnahmen für die Betroffenen in Deutschland?“ im Speziellen.

Zentral wurde dabei das Thema beleuchtet wie weit Deutschland in der Umsetzung von internationalen Rechtsrahmen, vor allem der EU-Richtlinie gegen Menschenhandel (2011/36) und der Europaratskonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels vorangeschritten ist und in welchen Bereichen weitere Entwicklungen angetrieben werden müssen. Insbesondere die Frage, wie mit
weiteren Ausbeutungsformen wie erzwungener Bettelei oder der Ausnutzung strafbarer Handlungen und mit deren Betroffenen zukünftig umgegangen werden soll, wurde diskutiert. Es wurde beleuchtet, welche Erfahrungen und Empfehlungen es aus anderen europäischen Ländern gibt, welche bereits die EU-Richtlinie umgesetzt haben. Ferner, welche Erfahrungen es in den Bundesländern in Deutschland bezüglich der strukturellen Weiterentwicklung des Themas Menschenhandels bereits gibt und welche Anregungen aus diesen Erfahrungen aufgenommen werden können für den weiteren Umgang mit dem Thema Unterstützung Betroffener aller Formen des Menschenhandels und der Ausbeutung. Im Weiteren wurde der weitere Ausbau der Strukturen in Deutschland, die Fortentwicklung der jeweiligen Kooperationen zwischen den Fachakteuren und einer fachlich angezeigten Implementierung in die Gesetze besprochen.

Ruth Pojman, Stellv. Sonderbeauftragte und Koordinatorin der OSZE zur Bekämpfung des Menschenhandels
Ruth Pojman, Stellv. Sonderbeauftragte und Koordinatorin der OSZE zur Bekämpfung des Menschenhandels

Die anwesenden Expert*innen aus In- und Ausland hatten dabei die Möglichkeit in drei ausführlichen Podiumsveranstaltungen verschiedene Aspekte dieser Thematik zu diskutieren. Mit Beiträgen aus der Praxis in Deutschland, Erfahrungsberichten aus den Ländern Österreich und Großbritannien sowie Einblicken in die Empfehlungen zum Handlungsbedarf in Deutschland, wurden diese Diskussionen mit wertvollen Inhalten unterfüttert. Ein mit Politikerinnen und einem Vertreter der GRETA-Kommission besetztes Podium diskutierte konkret, welche Maßnahmen in Deutschland politisch bereits umgesetzt wurden und wo noch Handlungsbedarf besteht. Mit den Hauptvorträgen der Vertreterinnen der Vereinten Nationen und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wurde die Thematik in globale Zusammenhänge eingeordnet.

Die Leiterin der Abteilung Gleichstellung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Morgenstern, wies in ihrem Schlusswort darauf hin, dass das Phänomen Menschenhandel in einem breiten Kontext betrachtet werden müsse, um umfassende effektive Maßnahmen zur Bekämpfung und zur Unterstützung der Betroffenen umsetzen zu können. Sie betonte zudem die Wichtigkeit der Kooperation mit der Zivilgesellschaft.

Eine ähnliche Veranstaltung, die einen solchen breiten Ansatz hatte, alle Ausbeutungsformen berücksichtigte und Erfahrungen aus Bundesländern, der Bundesebene und der internationale Ebene aufnahm, fand in dieser Art und Weise nicht im Jahr 2015 statt.

Mit insgesamt knapp 100 Teilnehmer*innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Polizei und Strafverfolgung, von Behörden, aus der Wissenschaft und aus Ministerien war das Symposium sehr gut und interdisziplinär besucht.

Die Agenda der Konferenz können Sie hier einsehen.
Eine ausführliche Vorstellung der Referent*innen des Symposiums können Sie hier herunterladen.

Im Folgenden finden Sie die Dokumentation der Tagung einschließlich der Redebeiträge, sowie der detaillierten Zusammenfassungen der veranstalteten Podien. 

Ablauf des Symposiums und Redebeiträge


Audiomitschnitte der Hauptvorträge

Den Eröffnungsvortrag von Ruth Freedom Pojman, Vertreterin der OSZE, sowie den Hauptvortrag von Maria Grazia Gimmarinaro können Sie in voller Länge mit den unterstehenden Links anhören.

Audiomitschnitt Ruth Freedom Pojman: Eröffnungsvortrag

Audiomitschnitt Maria Grazia Gimmarinaro - Hauptvortrag

PODIUM I: Umsetzung der Richtlinie 2011/36/EU -Beispiele und Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern, aktuelle Herausforderungen in Deutschland

Zunächst sprach Frau Kroeger, Leiterin des Referats II A 2 des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, die sich kurzfristig bereit erklärt hatte, den Sachstand bezüglich der Umsetzung der EU Richtlinie gegen Menschenhandel 2011/36 und der vorliegenden Formulierungshilfe des BMJV an den Rechtsausschuss des Bundestages vorzustellen.
Anschließend stellte Prof.Dr. Renzikowski in seinem Einführungsvortrag seine Einschätzung des Gesetzesvorhabens dar.
Im darauf folgenden Podium wurden Beispiele und Erfahrungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt.

Podium I - Inhalte


PODIUM II: Strukturelle Weiterentwicklung in Bezug auf verschiedene Ausbeutungsformen - Erfahrungen aus Hamburg und Baden-Württemberg

Mit der Vorstellung des Konzepts zur „Unterstützung Betroffener von Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft“ durch die Koordinierungsstelle gegen Frauenhandel – KOOFRA e.V. wurde zunächst am konkreten Beispiel von Hamburg dargestellt, wie eine bestehende Unterstützungsstruktur Betroffene weiterer Ausbeutungsformen effektiv einbinden kann. 

Nach der Vorstellung des Konzepts erläuterten die anwesenden Podiumsgäste die Situationen, Entwicklungen, Strukturen und Empfehlungen zu diesem Thema jeweils aus den Erfahrungen in Baden-Württemberg, Hamburg und Dortmund. In der sich anschließenden Diskussionsrunde wurden generell die notwendigen Kooperationen und Vernetzungen zwischen den Fachakteuren, wie beispielsweise zwischen den spezialisierten Fachberatungsstellen und den gewerkschaftlichen Beratungsstellen, hervorgehoben. 

Podium II - Inhalte


PODIUM III: Welcher Handlungsbedarf ergibt sich aus den GRETA-Empfehlungen?
Halbzeitbilanz des Koalitionsvertrages - MdBs diskutieren

Helmut Sax gab als Einleitung in das Podium einen umfassenden Einblick in die durch die Expert*innengruppe GRETA ausgearbeiteten Empfehlungen zur Umsetzung der Europaratskonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels an Deutschland.

Anschließend diskutierten die anwesenden Bundestagsabgeordneten über aktuelle und künftige Gesetzesvorhaben zum Thema Menschenhandel und zur Umsetzung internationaler Vorgaben sowie u.a. zur Einordnung der Thematik in den weitreichenden Kontext der aktuellen Situation von Geflüchteten.

Podium III - Inhalte


Schlußwort

Das Schlußwort der Leiterin der Abteilung 4 Gleichstellung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Christine Morgenstern können Sie hier herunterladen.

Der KOK wird gefördert vom

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Der KOK unterstützt das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen.
Nähere Informationen hierzu finden Sie unter
https://www.hilfetelefon.de

„Menschenhandel in Deutschland – eine Bestandsaufnahme aus Sicht der Praxis“

Link zum gleichnamigen Buch

„Menschenhandeln"
Ein Animationsfilm über die Arbeit des KOK, dieser Film ist Bestandteil der Ausstellung des KOK.

Termine

Datum: 22. Sep 2017
Datum: 09. Okt 2017
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