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Aktuelles im KOK

Justice at Last: Zwei Working Paper veröffentlicht

In den meisten europäischen Ländern gibt es gesetzliche Bestimmungen für Opfer von Straftaten, um Entschädigung einzuklagen oder auf andere Weise für materielle und immaterielle Schäden entschädigt zu werden. Aber selbst wenn der Rechtsrahmen besteht, ist die Durchsetzung dieser Rechte für Betroffene von Menschenhandel und anderer Straftaten in der Praxis nach wie vor schwierig oder unmöglich. Erfahrungen zeigen, dass nur sehr wenige Betroffene die Informationen und Mittel haben, um Entschädigung zugesprochen zu bekommen. Noch weniger erhalten tatsächlich Entschädigungszahlungen.
Aus diesem Grund startete La Strada International gemeinsam mit dem KOK und weiteren Partnerorganisationen das Projekt Justice at Last – European Action for Compensation of Victims of Crime. Ziel des Projekts ist es, sowohl die bestehenden Hindernisse in der Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen als auch Notwendigkeiten und Best-Practices zu deren Überwindung zu identifizieren und analysieren. Fachkräfte sollen mit Kenntnissen und Fähigkeiten ausgestattet werden, die es ihnen ermöglichen, die Betroffenen bei der Durchsetzung ihrer Rechte auf Entschädigung zu unterstützen. Zudem soll das Bewusstsein für die wirksamsten Mechanismen zum Opferschutz und zum Zugang zu Entschädigungen bei Fachkräften, politischen Entscheidungsträger*innen, Berater*innen und bei den Betroffenen von Straftaten in Europa geschärft werden.
Nun wurden zwei Working Paper veröffentlicht: Legal Assessment: Compensation Practices und Paper Cooperation on access to compensation in cross border context.
Grundlage der Veröffentlichungen waren u.a. Abfragen und konkrete Fallsammlungen von – sowohl erfolgreichen als auch nicht erfolgreichen – Entscheidungen/Urteilen in Bezug auf Entschädigung. Der KOK als Projektpartner in Deutschland hat die Fallsammlung und die Erstellung der Veröffentlichung unterstützt. Insgesamt wurden zehn Fälle und Entscheidungen aus Deutschland gesammelt, die ebenfalls eingeflossen sind. Des Weiteren wurden Fragebögen zur jeweiligen Situation in den Partnerländern sowie zu Notwendigkeiten aus Sicht der Praxis ausgewertet und aufgenommen.  Als Nächstes soll eine europaweite Informationskampagne eingeleitet werden, die Aufmerksamkeit für das Projektvorhaben schaffen und Betroffene für ihr Recht auf Entschädigung sensibilisieren möchte.

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„Menschenhandel in Deutschland – eine Bestandsaufnahme aus Sicht der Praxis“

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„Menschenhandeln"
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