Bundeslagebild Menschenhandel veröffentlicht

Bundeslagebild Menschenhandel veröffentlicht

Neuer Höchststand bei sexueller Ausbeutung und Arbeitsausbeutung

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat heute das Bundeslagebild Menschenhandel 2025 veröffentlicht. Die Zahl der abgeschlossenen Ermittlungsverfahren ist nach dem Höchststand des Vorjahres leicht zurückgegangen. Mit 566 Verfahren wurden 1,7 Prozent weniger Fälle registriert als 2024. 

Im Bereich Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung setzte sich der Anstieg jedoch fort. Mit 391 abgeschlossenen Ermittlungsverfahren wurde ein neuer Höchststand im Zehn-Jahres-Vergleich erreicht. Auch die Zahl der registrierten Betroffenen stieg deutlich auf 574 Personen. Die Betroffenen waren überwiegend Frauen und Mädchen. Mit 113 Personen stellten deutsche Staatsangehörige die größte Betroffenengruppe. Gleichzeitig verzeichnete das BKA einen deutlichen Anstieg von Betroffenen aus Südamerika, insbesondere aus Kolumbien. Die 92 kolumbianischen Betroffenen wurden überwiegend in zwei Großverfahren identifiziert. 

Auch im Bereich Arbeitsausbeutung wurden neue Höchststände verzeichnet: Die Zahl der abgeschlossenen Ermittlungsverfahren stieg auf 58, die Zahl der identifizierten Betroffenen auf 207 Personen. Von den 207 identifizierten Betroffenen waren die meisten männlich. Besonders häufig wurden Betroffene aus Georgien, Rumänien, Vietnam und Bulgarien registriert, während deutsche Staatsangehörige mit drei Betroffenen weiterhin nur eine geringe Rolle spielten. Nach Einschätzung des BKA kennen deutsche Beschäftigte ihre arbeitsrechtlichen Ansprüche häufiger und zeigen Ausbeutung daher eher an als ausländische Betroffene.

Rückläufig entwickelte sich dagegen die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Ausbeutung Minderjähriger. Mit 148 Verfahren wurden deutlich weniger Fälle registriert als im Vorjahr. Der überwiegende Teil der Verfahren betraf die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen.

Weitere Ausbeutungsformen spielen in der Statistik weiterhin eine geringere Rolle. Im Bereich der Ausbeutung von Betteltätigkeiten wurden drei Ermittlungsverfahren mit 36 Betroffenen registriert (2024: ein Verfahren, eine betroffene Person). Wegen Ausbeutung strafbarer Handlungen wurden vier Ermittlungsverfahren mit sieben Betroffenen abgeschlossen (2024: zwei Verfahren, zwei Betroffene). Die Zahl der Verfahren wegen Zwangsverheiratung blieb mit 17 Ermittlungsverfahren auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt wurden dabei 18 Betroffene erfasst.

Das BKA weist darauf hin, dass Menschenhandel mit einem erheblichen Dunkelfeld einhergeht. Da es sich um Kontrollkriminalität handelt, hängt die Zahl der aufgedeckten Fälle maßgeblich von der Intensität polizeilicher Ermittlungen und Kontrollen ab. Grundlage des Bundeslagebildes sind die im Berichtsjahr abgeschlossenen Ermittlungsverfahren der Polizei (LKA, BKA und Bundespolizei) sowie der Finanzkontrolle Schwarzarbeit.

BKA: Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung 2025