Die Erklärung, die von 62 Organisationen, darunter PRO ASYL, FORUM MENSCHENRECHTE und Ärzte der Welt e. V. mitgetragen wird, macht auf anhaltende Defizite beim Schutz der Rechte von Geflüchteten aufmerksam. Sie kritisiert menschenunwürdige Unterbringungsbedingungen und langwierige Asylverfahren, die Menschen oft über lange Zeit in Unsicherheit lassen. Darüber hinaus erschwert der eingeschränkte Zugang zu Bildung und Erwerbsarbeit die gesellschaftliche Teilhabe von Schutzsuchenden.
Gleichzeitig belasten ein zunehmend restriktiver gesellschaftlicher Diskurs sowie politische Diskreditierung aus dem rechten politischen Spektrum die Arbeit unterstützender Organisationen. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Unterstützung der Klient*innen aus.
Die Unterzeichnenden fordern politische Entscheidungsträger*innen auf, eine verlässliche und institutionell abgesicherte Finanzierung zentraler Beratungs- und Unterstützungsangebote unabhängig von politischen Konjunkturen sicherzustellen. Darüber hinaus sprechen sie sich für den Abbau bürokratischer Hürden bei der Vergabe von Fördermitteln aus, um ihre Ressourcen effizient einsetzen zu können. Ferner bedarf es einer mehrjährigen Finanzierung der psychosozialen und gesundheitlichen Versorgung sowie besserer Lebensbedingungen für Geflüchtete, etwa durch den Zugang zu dezentralem und sicherem Wohnraum.
Der Appell betont abschließend, dass eine menschenwürdige Asyl- und Migrationspolitik nicht nur eine rechtliche Verpflichtung ist. Sie ist auch ein wesentlicher Maßstab für die Glaubwürdigkeit einer demokratischen Gesellschaft.










