Informationen

Hier finden Sie ein Kurzportrait des KOK – Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V. sowie Hintergrundinformationen zur Geschichte, zu den Aufgaben und Zielen des Vereins und zur Arbeit der Fachberatungsstellen.

Kurzportait des KOK

Der Bundesweite Koordinierungskreis gegen Menschenhandel – KOK e.V. ist ein Zusammenschluss von 43 Fachberatungsstellen und Organisationen, die sich für Betroffene von Menschenhandel und für von Gewalt betroffene Migrantinnen* einsetzen.

Der KOK e. V. setzt sich für eine langfristige Stärkung und den Ausbau der Beratungsstrukturen und eine an den Menschenrechten orientierte Politik gegen Menschenhandel ein, die Rechtsansprüche von Betroffenen in den Mittelpunkt stellt. Schwerpunkt dabei ist die Interessensvertretung von Frauen*, insbesondere Migrantinnen*. Darüber hinaus arbeitet der KOK e.V. aufgrund seiner Erfahrung mit einer für alle Betroffenengruppen übergreifenden Expertise.

Diese Expertise bezieht der KOK aus dem Fachwissen seiner Mitgliedsorganisationen und damit direkt aus der Praxis. Damit stellt er sowohl national als auch international eine zentrale Schnittstelle zwischen Fachberatungsstellen, Politik, Öffentlichkeit und relevanten Kooperationspartner*innen.

Der KOK vertritt die gemeinsamen politischen und gesellschaftlich relevanten Interessen seiner Mitglieder und vernetzt die regionalen Akteure auf Bundesebene. Dies wird gewährleistet durch gegenseitigen Informations- und Erfahrungsaustausch, gemeinsame Projekte sowie entsprechende Bildungsangebote. Darüber hinaus leistet der KOK auf nationaler und internationaler Ebene Advocacyarbeit, um politische Forderungen und fachspezifisches Wissen in Gesetzgebungs- und Entscheidungsprozesse einzubringen.

Hintergrundinformationen zum KOK

Der KOK – Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Er setzt sich auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die Bekämpfung des Menschenhandels und für die Stärkung der Rechte der Betroffenen ein. Der KOK bildet nicht nur bundes- sondern auch europaweit die einzige Koordinierungsstelle mit dem Fokus Betroffene von Menschenhandel und Gewalt an Migrantinnen* und verfügt über eine umfangreiche und langjährige Expertise zu den Themen Menschenhandel und Ausbeutung, insbesondere zur Unterstützung der Betroffenen von Menschenhandel.

Ziele

  • Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen von Menschenhandel und der von Gewalt betroffenen Migrantinnen*
  • Prävention von Ausbeutung durch veränderte rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen
  • Umsetzung einer Frauen- und Menschenrechtsperspektive in Politik und Gesellschaft

 

Die Mitgliedsorganisationen

1999 von Organisationen gegründet, die sich gegen Menschenhandel einsetzen, vereint der KOK e.V. heute 43 Mitgliedsorganisationen unter seinem Dach, davon drei außerordentliche Mitgliedsorganisationen in Berlin, der Schweiz und Italien. Im KOK ist die Mehrheit der spezialisierten Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel in Deutschland organisiert sowie andere Einrichtungen, die sich mit den Themen Menschenhandel, Arbeitsausbeutung und den Rechten von Migrantinnen* auseinandersetzen (Migrantinnen*organisationen, Schutzwohnungen und Frauenhäuser, Prostituiertenberatungsstellen, Frauen- und Menschenrechtsorganisationen und Wohlfahrtsverbände).

Mit ihrer Unterschiedlichkeit haben es alle Mitglieder des KOK e.V. seit vielen Jahren erfolgreich verstanden, ihre Kräfte für die Bekämpfung des Menschenhandels und für den Schutz der Betroffenen zu bündeln.

 

Die Geschäfts- und Koordinationsstelle

Die Geschäftsstelle des KOK wurde im Dezember 1999 in Potsdam eingerichtet und ist im Dezember 2006 nach Berlin umgezogen. Sie wird zum großen Teil über Zuschüsse des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert.

Hauptaufgaben der Geschäftsstelle sind:

  • die Interessensvertretung seiner Mitgliedsorganisationen, und damit der Praxis, auf Bundesebene, in internationalen Gremien und in der Politik
  • Recherche und Informationsaufbereitung, Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit
  • Schulungen, z.B. für Behörden (z.B. BKA, BAMF, Bundespolizei), Fachkräfte und Zivilgesellschaft
  • Beobachtung und Begleitung der Umsetzung von UN- oder Europaratskonventionen
     
  • Auswertung einschlägiger Urteile in einer Rechtsprechungsdatenbank
     
  • Erhebung und Auswertung von Daten zu Betroffenen in der Beratungspraxis
     
  • Vermittlung von Referent*innen zu den Themen Menschenhandel und Ausbeutung

In der Geschäftsstelle arbeiten sieben hauptamtliche Mitarbeiterinnen: Sophia Wirsching (Geschäftsführerin), Sarah Schwarze (Referentin), Sophia Härtel (Referentin), Severine Klie (Assistentin der Geschäftsführung), Larissa Hilt (Projektreferentin Flucht & Menschenhandel), Nadine Rosenkranz (Referentin Öffentlichkeitsarbeit) und Genia Ritzel (Verwaltungsfachkraft). Darüber hinaus wird die Geschäftsstelle von Praktikant*innen unterstützt.

Der Vorstand

Der Vorstand besteht aus mindestens drei und höchstens fünf Mitgliedern und wird für jeweils zwei Jahre durch die Mitgliederversammlung gewählt. Er vertritt den KOK gerichtlich und außergerichtlich in allen Belangen und ist ehrenamtlich tätig. Der Vorstand arbeitet eng mit der Geschäftsstelle des KOK zusammen und wird von ihr unterstützt.

Im Vorstand sind aktuell:

 

Die Arbeit der Fachberatungsstellen

Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel (FBS) in Deutschland sind Nichtregierungsorganisationen, die Beratung und Unterstützung für die genannte Zielgruppe anbieten. Zusätzlich sichern sie den Rahmen für die Beratung durch koordinierende Tätigkeiten ab. Fachberatungsstellen die zum Thema Menschenhandel arbeiten, gibt es in Deutschland seit den 1980er Jahren.

Aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte haben viele der Fachberatungsstellen einen frauenspezifischen Fokus, einige beraten nur Frauen, andere beraten auch Minderjährige und Männer und einige prüfen, ob und in welcher Form sie ihre Angebote auch für weitere Betroffenengruppen öffnen können und wollen. Dies ist sowohl eine Frage der Ausrichtung der FBS als auch eine Frage von Ressourcen und Mandaten. In der öffentlichen Diskussion wird die Arbeit der im KOK zusammengeschlossenen FBS häufig auf den Bereich Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung reduziert. Dies ist allerdings eine falsche Zuordnung. Viele der im KOK zusammengeschlossenen Beratungsstellen arbeiten sowohl zu Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung als auch zu den Themen Arbeitsausbeutung und Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung. 

Die im KOK zusammengeschlossenen FBS arbeiten nach hohen Qualitätsstandards. Die Beratungsarbeit orientiert sich an den Interessen und Bedürfnissen der Klient*innen. Fachberatungsstellen assistieren ihren Klient*innen in der Wahrnehmung ihrer Rechte und stützen sie in der Förderung ihrer Selbstbestimmung und Stärke. Die Beratung erfolgt auf freiwilliger Basis und unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Die Berater*innen unterliegen der Schweigepflicht und behandeln alle Angaben ihrer Klient*innen vertraulich.

Je nach Konzept und personeller Ausstattung bieten die Einrichtungen in folgenden Bereichen Beratung und Unterstützung an:

  • Krisenintervention und Erstgespräch, z.T. auch aufsuchende Arbeit,
  • fortlaufende psychosoziale Beratung,
     
  • muttersprachliche Beratung oder mit Hilfe von Sprachmitller*innen
  • Klärung aufenthalts- und sozialrechtlicher Fragen, Sicherung des Lebensunterhaltes,
  • Angebot und Vermittlung von Unterbringung, medizinischer Versorgung, Therapieangeboten, Bildungsmaßnahmen und Freizeitgestaltung,
  • Begleitung zu Behörden,
  • Begleitung im Ermittlungs- und Strafverfahren und vor Gericht,
  • Vermittlung eines*einer Rechtsanwält*in,
  • Unterstützung beim Aufbau von Lebensperspektiven und
  • Organisation und Unterstützung bei der Ausreise und Vermittlung von Hilfsangeboten in den Herkunftsländern.

Gleichzeitig leisten FBS Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit, um Menschenhandel entgegen zu wirken, durch Kampagnenarbeit und Advocacyarbeit, Fachveranstaltungen und Schulungen von Behördenmitarbeiter*innen.

Kontaktdaten und Standorte der Fachberatungsstellen finden Sie in der Fachberatungsstellensuche.

 

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Kontakt

KOK - Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V.
Lützowstr.102-104
Hof 1, Aufgang A
10785 Berlin

Tel.: 030 / 263 911 76
E-Mail: info@kok-buero.de

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