Glossar

Menschenhandel

Menschenhandel ist im deutschen Strafgesetzbuch (StGB) unter § 232 definiert und erfasst das Anwerben, befördern und beherbergen einer Person unter Ausnutzung einer Zwangslage mit dem Ziel der Ausbeutung.
Dies kann in verschiedenen Formen und Bereichen erfolgen:    

• ausbeuterische Arbeitsverhältnisse
• sexuelle Ausbeutung
• Ausbeutung in der Ehe
• Ausbeutung der Betteltätigkeit
• Ausbeutung strafbarer Handlungen
• erzwungene Organentnahme

Die tatsächliche Ausbeutung ist dann in den nachfolgenden §§ 232 a ff StGB als Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, Ausbeutung der Arbeitskraft und Ausbeutung unter Ausnutzung einer Freiheitsberaubung geregelt. Der Begriff Menschenhandel im StGB ist also relativ eng gefasst und schließt die tatsächliche Ausbeutung nicht mit ein.

Der KOK verwendet aber den Begriff Menschenhandel in einem weiteren Sinn, der sowohl den Anwerbungsprozess als auch die gesamte Ausbeutungssituation umfasst. Die verschiedenen Formen und Bereiche des Menschenhandel und der Ausbeutung (sexuelle Ausbeutung, Arbeitsausbeutung, Ausbeutung von Bettelei und Strafbaren Handlungen) sowie Formen  der Ausbeutung, auch unterhalb der Schwelle der Straftatbestände zu Menschenhandel, werden zunehmend in ihrer Gesamtheit und nicht mehr scharf voneinander getrennt betrachtet, da die Praxis gezeigt hat, dass in vielen Fällen Gemeinsamkeiten bestehen und die Übergänge oft fließend sein können.

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