Organisationsstruktur

Die Mitgliedsorganisationen des KOK haben sich in einem Verein zusammengeschlossen, um die Vertretung der politischen und gesellschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder zu stärken. Zur Unterstützung dieses Anliegens wurde eine Geschäfts- und Koordinationsstelle eingerichtet, deren Aufgabe entsprechend die Vernetzungs-, Advocacy- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Wissenstransfer ist.

 

Der Verein

Der KOK - Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V. - ist ein Zusammenschluss von 42 Organisationen und ein eingetragener, als gemeinnützig anerkannter Verein.

Beschlussfassendes Organ des KOK e.V. ist die Mitgliedsversammlung, die zurzeit zweimal jährlich zusammentritt. Die Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen beraten Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele des KOK, diskutieren den aktuellen politischen Handlungsbedarf und beschließen die jeweiligen Arbeitsschwerpunkte des KOK sowie Forderungen an Politik und Gesellschaft. Bei der Gestaltung der Mitgliedsversammlungen wird darauf geachtet, dass genügend Raum für inhaltlichen Austausch und Diskussionen besteht, um eine höchstmögliche Praxisrelevanz in der Arbeit des KOK sicherzustellen. Die Mitgliedsversammlung wählt auch den Vorstand aus den Mitgliedsorganisationen, der ehrenamtlich arbeitet.

Die Arbeit des KOK lebt vom Fachexpert*innenwissen, das die Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen einbringen. Angesichts des großen Themenspektrums, dem sich der KOK widmet, ist es notwendig, zu bestimmten Themen intensiver zu arbeiten. Deshalb organisieren sich die Mitgliedsorganisationen des KOK e.V. anlassbezogen auch in themenspezifischen Arbeitsgruppen. Die Arbeitsgruppen arbeiten eigenverantwortlich und entwickeln Ideen zu gemeinsamen Handlungsansätzen, die dann in die Mitgliedsversammlung eingebracht werden.

Zusätzlich organisiert der KOK e.V. Vernetzungstreffen und lädt dazu auch Fachexpert*innen aus anderen Ländern ein. Ziele dieser Zusammenarbeit sind u.a.:

  • gemeinsame Positionen im Themenfeld Menschenhandel und Ausbeutung zu erarbeiten, um sie entsprechend nach außen vertreten zu können, 
  • Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und einen hohen Informationsgrad durch aktives Wissensmanagement herzustellen, 
  • Handlungsbedarf in der Praxis festzustellen, um Verbesserungen auf politischer bzw. gesetzlicher Ebene einzufordern.  

Weitere Informationen zum Verein finden Sie in der Satzung (PDF)

 

Der Vorstand

Der Vorstand besteht aus mindestens 3 und höchstens 5 Personen und wird für jeweils zwei Jahre gewählt. Er vertritt den KOK gerichtlich und außergerichtlich in allen Belangen und ist ehrenamtlich tätig. Der Vorstand arbeitet eng mit der Geschäftsstelle des KOK zusammen und wird von ihr unterstützt.

Die verantwortungsvolle und umfangreiche Vorstandsarbeit wird derzeit geleistet von

 

Der Beirat
  • Monika Cissek-Evans
    Dipl.-Sozialpädagogin, seit Mitte der 80er-Jahre in der Frauenarbeit und Migrationsberatung tätig, seit 1999 Aufbau der Fachberatungsstellen JADWIGA in München und Nürnberg für Opfer von Frauenhandel, Arbeitsausbeutung und der (drohenden) Zwangsverheiratung bei der gemeinnützigen gGmbH „STOP dem Frauenhandel“. Die Leitung von JADWIGA hatte sie bis 2022 inne.

  • Barbara Eritt
    Seit Mitte der 80er-Jahre engagiert im Bereich Migration. Anfang/Mitte der 90er Aufbau von Hilfestrukturen für Frauen in prekären, ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen ohne legalen Aufenthaltstatus. Aufbau und Entwicklung der Koordinations- und Beratungsstelle für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, bei IN VIA Katholische Mädchensozialarbeit für das Erzbistum Berlin e.V. Initiierung und Mitarbeit veim Aufbau von internationalen Netzwerken gegen Menschenhandel. Von 2006-2012 und 2019-2022 Vorstand des KOK e.V.
     
  • Ulrike Gatzke
    Gründungsmitglied und Projektkoordinatorin der Beratungsstelle KOOFRA – Koordinierungsstelle gegen Frauenhandel in Hamburg von 1999 bis 2009, danach bis 2019 im Vorstand. Vorstandsmitglied des KOK von 2007 bis 2012. Von 2011 bis 2015 Mitglied der EU-Sachverständigengruppe gegen Menschenhandel. Mitarbeit an weiteren Projekten zur Bekämpfung des Menschenhandels in Deutschland und EU-weit. Zurzeit tätig im Bereich Lektorat, Korrektorat und Moderation.
     
  • Dr. Ina Holznagel
    Jahrgang 1960, Studium der Rechtswissenschaften in Kiel und Bonn, Promotion (1989), ab 1991 bis 1997 Staatsanwältin in Hamburg. Von 1998 bis 2000 Strafrechtsreferentin in der Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, Mitarbeit bei der Gründung des Runden Tisches „Menschenhandel“ mit der Koordinierungsstelle gegen Frauenhandel e.V. (KoFra). Ab August 2000 Abteilungsleiterin bei der Staatsanwaltschaft in Dortmund mit einer Sonderzuständigkeit für Verfahren wegen Menschenhandels, Mitarbeit an der Entwicklung des „Dortmunder Modells“ gemeinsam mit der Dortmunder Mitternachtsmission. Ab Februar 2003 ständiger Gast im Strafrechtsauschuss der Bundesrechtsanwaltskammer in Berlin. Seit Januar 2013 Referatsleiterin im Ministerium der Justiz in Düsseldorf, dort zuständig u. a. für die Arbeitsbereiche geschlechtsspezifische Gewalt, Menschenhandel und justiziellen Datenschutz.
     
  • Mechtild Maurer
     
  • Behshid Najafi
    Jahrgang 1956; sie hat im Iran Politikwissenschaft und in den USA Pädagogik studiert. Im Iran hat sie sich für Demokratie und soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Aufgrund ihres politischen Engagements musste sie Iran verlassen und lebt seit 1986 in Deutschland. Hier setzt sie sich von Beginn an gegen Diskriminierungen und für die Menschenrechte von Migrantinnen und geflüchteten Frauen ein. Ab 1993 arbeitete sie bei agisra e.V., einer Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und geflüchtete Frauen in Köln, die sie mit aufgebaut und 27 Jahre lang, bis zum Eintritt in den Ruhestand, mitgeprägt hat. Sie ist eine der Mitgründerinnen des KOK e.V. und war zunächst auch im KOK-Vorstand. Von 2016 bis 2018 war sie im Vorstand vom Europäischen Netzwerk  PICUM (Platform  for International Cooperation on undocumented Migrants) vertreten. Seit 2021 ist sie im Ruhestand und im Vorstand von agisra e.V. tätig. Zudem ist sie Lehrbeauftragte an der Hochschule Niederrhein im Fachbereich „Soziale Arbeit“. Sie hält Vorträge, organisiert Seminare und Workshops zu verschiedenen Themen, die Frauen, Flucht, Migration und Menschenrechte betreffen und schreibt Beiträge u.a. für das KOK-Wissenskompendium.
     
  • Prof. Dr. Joachim Renzikowski
    Jahrgang 1961, Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen. Erste und Zweite Juristische Staatsprüfung 1986 und 1989. Promotion (1993) und Habilitation (1997) in Tübingen für die Fächer Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtstheorie. Seit 1998 Inhaber der Professur für Strafrecht und Rechtsphilosophie/Rechtstheorie an der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Forschungsschwerpunkte u.a. Strafrechtsdogmatik, Sexualstrafrecht, Menschenrechte.
     
  • Naile Tanış
    Seit dem 01.10.2020 in der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung in Berlin und dort im Referat „Keine Gewalt an Frauen“ tätig. Davor war Sie die hauptberufliche Frauenbeauftragte der Universität der Künste Berlin. Sie hat Rechtswissenschaften studiert und ist Volljuristin. Neben den originären Aufgaben als Frauenbeauftragte hat sie während ihrer ersten Amtszeit verschiedene gleichstellungspolitische Maßnahmen in Form von diversen Fachveranstaltungen und Publikationen durchgeführt. Vor ihrer Tätigkeit als Frauenbeauftragte arbeitete sie 14 Jahre lang als Geschäftsführerin des Bundesweiten Koordinierungskreises gegen Menschenhandel – KOK e. V. Dort verantwortete sie das Projekt- und Finanzmanagement, begleitete Vernetzungs-, Gremien-, Lobby- und Projektarbeiten, verfasste diverse Publikationen zu dem Thema Menschenhandel und wurde mehrfach als Sachverständige im Bundestag angehört.
     
  • Dr. Bärbel Heide Uhl
    Politikwissenschaftlerin, arbeitet seit 1994 gegen Menschenhandel und Gewalt gegen Frauen in Europa. Sie ist Mitbegründerin des mittel- und osteuropäischen NGO Netzwerkes 'La Strada' und Gründerin der europäischen NGO Initatitive 'datACT-data protection in anti-trafficking action'. Sie arbeitete u.a. für die OSZE in der ehemaligen Bundesrepublik Jugoslawien und für das OSZE Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (OSCE/ODIHR), als Sachverständige in EU-Beitrittsprogrammen in der Türkei, Kroatien und Rumänien, sowie für den Europarat und UNODC. Bis 2011 war sie die Vorsitzende der EU-Expert*innengruppe zur Bekämpfung von Menschenhandel in Brüssel. Bärbel Heide Uhl ist Mitherausgeberin des Routledge Handbook on Human Trafficking (2017) und Autorin der Monographie "Die Sicherheit der Menschenrechte" (2014).

 

Die Mitgliedsorganisationen

Dem KOK e.V. sind derzeit 42 Mitgliedsorganisationen angeschlossen, die mit unterschiedlichen inhaltlichen und thematischen Schwerpunkten arbeiten:

  • Fachberatungsstellen und Zufluchtswohnungen für Betroffene von Menschenhandel und Ausbeutung
  • autonome Migrantinnenprojekte 
  • Beratungsstellen für Sexarbeiter*innen (Prostituierte)
  • Frauenhäuser 
  • Interessenverbände (Lobbyorganisationen)
  • Wohlfahrtsverbände

Mitglieder können nur Organisationen werden, die die Ziele des KOK e.V. fördern und unterstützen. Es gibt die Möglichkeit der ordentlichen und der außerordentlichen Mitgliedschaft.
Weitere Informationen unter Mitgliedschaft

Gefördert vom
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Kontakt

KOK - Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V.
Lützowstr.102-104
Hof 1, Aufgang A
10785 Berlin

Tel.: 030 / 263 911 76
E-Mail: info@kok-buero.de