Aktuelles im KOK

Pressemitteilung: Frauen*, die von Menschenhandel betroffen sind, brauchen bessere Unterstützung – gerade während der Corona-Pandemie

Anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März fordert der Bundesweite Koordinierungskreis gegen Menschenhandel – KOK e.V. wirksamere Unterstützung für Frauen*, die von Menschenhandel betroffen sind. Der KOK bewertet die Situation für Betroffene von Menschenhandel in Deutschland derzeit als besonders kritisch. Die coronabedingten Einschränkungen haben nicht nur negative Auswirkungen auf die Arbeit der spezialisierten Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel. Auch die Identifizierung von Frauen* in Ausbeutungssituationen ist nur eingeschränkt möglich. Somit bleibt ihnen der Zugang zu Beratung und sicherer Unterbringung vielfach verwehrt.

Die Situation für von Menschenhandel betroffene Frauen* ist derzeit besonders kritisch. Dabei finden Menschenhandel und Ausbeutung weiterhin in zahlreichen Bereichen, bspw. in der Landwirtschaft, in der Pflege oder in haushaltsnahen Dienstleistungen statt. Auch sexuelle Ausbeutung oder Ausbeutung von Bettelei und das Ausnutzen von strafbaren Handlungen finden nach wie vor statt. „Spezialisierte Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel können ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot vielfach nur stark reduziert anbieten, die Kooperation mit Behörden ist massiv eingeschränkt. So ist der Zugang zu sicherer Unterbringung, psychologischer Unterstützung oder sozialen Leistungen noch drastischer beschnitten als vor der Pandemie. Hier braucht es pragmatische und bürokratiearme Lösungen.“, sagt Barbara Eritt, Vorstandsmitglied des KOK e.V. und Leiterin der Berliner Fachberatungsstelle IN VIA für von Menschenhandel betroffene Frauen und Mädchen.

Zum Weltfrauentag fordert der KOK dringend strukturelle und finanzielle Unterstützung für die Arbeit der spezialisierten Fachberatungsstellen. Sie müssen ausgerüstet werden, um einerseits die digitalen Angebote zu verbessern, andererseits aber auch, um Hygienekonzepte umsetzen zu können, die den persönlichen Kontakt mit betroffenen Frauen* zulassen. „Wir gehen davon aus, dass sich Frauen* nicht oder nur sehr schwer aus Ausbeutungssituationen lösen können, z.B. weil weniger Kontrollen durch Strafermittlungsbehörden durchgeführt werden und die Anlaufstellen schlechter erreichbar sind.“ so Eritt weiter. „Die Finanzierung muss nachhaltig sein, denn auch wenn die offiziellen Zahlen rückläufig scheinen, so ist anzunehmen, dass eine Vielzahl Betroffener von Menschenhandel nicht entdeckt wird und zusätzlich durch die wirtschaftliche Not, die die Corona-Pandemie vielfach mit sich bringt, eher noch mehr Frauen* in Zwangssituationen und Ausbeutung geraten.“

Der KOK e.V. ist ein Zusammenschluss von 39 Organisationen, die sich gegen Menschenhandel und Ausbeutung sowie gegen Gewalt an Frauen im Migrationsprozess einsetzen. Der Verein vernetzt die Mehrzahl aller spezialisierten Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel in Deutschland sowie weitere in diesem Bereich tätige NGOs. Im Januar wurde eine Bestandsaufnahme zu den Folgen der Covid-19-Pandemie veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des KOK e.V.


V.i.S.d.P. und Rückfragen an:
Sophia Wirsching
KOK – Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V.
Lützowstr. 102-104, 10785 Berlin
Tel.: 030 / 26 39 11 76
E-Mail: info@kok-buero.de
Website: www.kok-gegen-menschenhandel.de

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